Vorstellungsrede
Ralf Göck
vom 06. März

Sporthalle Schillerschule


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich stehe hier als Ihr Bürgermeister, der 16 Jahre lang die Geschicke unserer Gemeinde mitbestimmt hat, und in dieser Zeit haben sich Brühl und Rohrhof gut entwickelt - Sie erleben es täglich. Durch diese Erfolge bestärkt bewerbe ich mich für eine weitere Amtszeit und werbe um Ihr Vertrauen.


Viele von Ihnen kennen mich, dennoch ein paar Sätze zu meiner Person und meinem Werdegang gleich zu Beginn. Danach möchte ich ein kurzes Fazit der letzten acht Jahre als Ihr Bürgermeister geben und anschließend will ich Ihnen Ideen und Perspektiven für die Jahre 2014 bis 2022 aufzeigen.
Ich heiße Ralf Göck, bin 51 Jahre und in unserer Gemeinde aufgewachsen. Ich habe hier sowohl den Kindergarten als auch die Jahn-Grundschule besucht und danach mein Abitur am Hebel Gymnasium in Schwetzingen gemacht. Studiert habe ich anschließend Geschichte, Politik und Deutsch sowie öffentliches Recht an der Universität Mannheim. Es folgte der Zivildienst. Das Aufbaustudium und die Promotion schloss ich an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer ab. Schon neben der Verwaltungs“wissenschaft“ begann ich meine Ausbildung für den höheren Verwaltungsdienst in Baden-Württemberg. Nach erfolgreichem Abschluß folgten berufliche Stationen beim Deutschen Bundestag, damals noch in Bonn, sowie als Geschäftsführer des Bundes der Selbständigen in Mannheim. Im Jahr 1998 wurde ich dann Bürgermeister, hier in unserer Heimatgemeinde, in der ich stets ehrenamtlich tätig war - schon als Jugendlicher in der katholischen Kirche und im Jugendzentrum. Als junger Erwachsener war ich Fußball-Schiedsrichter und wurde in den Gemeinderat gewählt.

Auf Brühl und Rohrhof können wir alle, Sie als Bürgerinnen und Bürger, Gemeinderäte wie auch unsere Verwaltung, gemeinsam stolz sein. Wir haben Brühl und Rohrhof in den letzten Jahren gut vorangebracht; unsere Gemeinde ist auf vielen Gebieten nachhaltig gewachsen. Es gab beispielsweise stetiges Wachstum nach innen, d.h. in den beiden Ortskernen wurde unattraktive Bausubstanz aufgegeben um für junge Familien sowie für ältere Menschen modernen Wohnraum zu schaffen. Es wurde der Hofplatz in Rohrhof neu gestaltet. Ich freue mich schon heute auf die in den nächsten Jahren anstehende Modernisierung der Südlichen Hauptstraße in Brühl. Eins ist sicher, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Bürgermeister und Gemeinderat arbeiten hierbei gut und interes­sensgleich zusammen. Natürlich wird auch die Bürgermeinung mit einbezogen. Dazu brauchen wir aber keine unverbindlichen Umfragen; man hat ja beim ADAC in den letzten Wochen ge­sehen, wie dort die Ergebnisse politisch gewichtet und miss­braucht wurden. Nein, mir geht es um echte Bürgerorientierung, um direkte Gespräche mit den Anwohnern in den Sanierungs­gebieten, das Aus- und Offenlegen aller Pläne und um die Durchführung von Ortsterminen, bei denen sich Interessierte kundig machen können. Gerne greifen wie hierbei ihre Anregungen auf und entscheiden gemeinsam im Gemeinderat, wie wir ihre Anregungen mit berücksichtigen können.

Auch innerhalb des Rathauses erhält jeder auf kurzen Wegen Auskunft und findet dort direkt seinen kompetenten Ansprechpartner. Für vertrauensvolle, persönliche Gespräche bin ich ebenfalls da - entweder im Rathaus anzutreffen oder auch abseits des Amtes, bei Vereinsversammlungen, Veranstaltungen oder anderen Zusam­menkünften. Dort beziehe ich meine Informationen her, nicht aus Statistiken, sondern aus Gesprächen. Ich verstehe mich als Ihr Bürgermeister zum Anfassen und liebe die Bürgernähe. Das haben Sie sicher schon selbst erfahren.

Ich sprach vom Wachstum innerorts. Nun möchte ich berichten, was außerhalb des Ortskerns geschah: Hier ist die erfolgreiche Er­schließung des Neubaugebietes „Bäumelweg“ zu nennen. Dort geht es gut voran. Fast alle Bauplätze sind innerhalb kürzester Zeit verkauft worden - auch das ist ein Zeichen für die Attraktivität, die unsere Gemeinde inzwischen erfährt.

Für Wachstum sorgten aber auch private und öffentliche Investitionen in unserer Gemeinde. Die Lebensqualität wuchs,

  • weil Staus in Brühl Nord rund um „real“ und das Gewerbegebiet dort mit der neuen Straßenführung von Land und Kreis beseitigt wurden,
  • weil mehrere private Seniorenwohnanlagen saniert, erweitert oder neu geschaffen und eröffnet wurden,
  • weil der Hochwasserdamm in Rohrhof kommt,
  • weil mehr Fernwärme installiert und angeschlossen wurde,
  • weil Glasfaserkabel flächendeckend verlegt wurden, das war in Deutschland 2011 wirklich einmalig.

Ich will auch gleich eine weitere private Investition in unserer Gemeinde ansprechen, die mich seit Jahren beschäftigt und mich auch aus mehreren Gründen belastet - das einzige Streit-Thema im Moment, die Geothermie.

Von Anfang an haben wir, also Bürgermeister und Gemeinderat, die Bürgerschaft über die Absicht, ein Geothermie-Kraftwerk zuzulassen informiert und auch mit einbezogen. Es gab über alle unsere Absichten und Entscheidungen genügend Informationen im Amtsblatt sowie in der Schwetzinger Zeitung - z.B. als wir dem Standort zustimmten – übrigens einstimmig im Rat - und als wir beschlossen hatten, einen Pachtvertrag mit GeoEnergy abzuschließen, ebenfalls noch einstimmig. Und vor der Entscheidung über die endgültige Fassung dieses Vertrages gab es noch eine Bürgerversammlung in der Festhalle - damals allerdings mit nur wenigen kritischen Wortmeldungen. Erst im Anschluß hat die Mehrheit des Gemeinderats beschlossen, den Pachtvertrag mit dem Investor abzuschließen. Dieser Vertrag ist längst rechtsgültig, und kein Gemeinderat und auch kein Bürgermeister dieser Welt kann das Geothermieprojekt so einfach vom Tisch nehmen. Doch wir haben keinesfalls die Situation als unabänderliches Schicksal hingenommen. Wir haben die uns zugetragenen Bedenken aus der Bevölkerung aktiv aufgenommen, und uns gemeinsam zum Ziel gesetzt, ein Höchstmaß an Sicherheit zu erreichen. Das ist dem Gemeinderat und Bürgermeister in gemeinsamer Arbeit auch gelungen. Es ging dabei um eine erhöhte Versicherungssumme, das Messnetz, den Brühler Ombudsmann und seine Rechte und zum Schluß noch um die Umkehr der Beweispflicht. Das alles wurde zu Lasten des Investors nachgebessert. Die Umkehr der Beweis­pflicht z.B. ist einmalig für derartige Projekte in Deutschland. Dies wurde mir erst vor kurzem wieder von Fachleuten bestätigt. Trotz dieses gemeinsamen Vorgehens verabschiedete sich dann jedoch ein Teil des Gemeinderates, der vorher für den Vertragsabschluss stimmte, aus seiner Verantwortung.

Ich werde, ja ich muß auch in Zukunft auf die Erfüllung aller Bedingungen gegenüber dem Investor drängen. Auch gegenüber GeoEnergy gilt: Verträge sind einzuhalten – von beiden Vertragsbeteiligten.

Aber es ist auch meine Verantwortung als Bürgermeister, nicht zulassen, dass unsere Gemeinde durch Nichteinhaltung eines im Gemeinderat mit großer Mehrheit beschlossenen Vertrages mit Schadenser­satzzahlungen in mehrfacher Millionenhöhe belastet und damit ruiniert wird. Bis jetzt hat auch noch kein Gemeinderat den Vertrag kündigen wollen.

Neben den genannten privaten Investitionen trugen auch die Investitionen der Gemeinde selbst zu Wachstum und zu mehr Lebensqualität bei. Nur ein paar Beispiele:
Wir haben einen bedarfsgerechten Ausbau des Kinder- und Jugendangebots vorangetrieben - denken Sie an die zahlreichen neuen Gruppen für die unter Zweijährigen und an die verlängerten Öffnungszeiten, an die gut besuchten Horte an der Jahn- und Schillerschule und an unsere sanierten Spielplätze und die neu eingeführte Schulsozialarbeit.
Wir haben die Wander- und Radwege durch unsere Rheinauen nach dem Hochwasser schnellstens erneuert, sie werden regelmäßig gepflegt. Auch nach Schwetzingen ist der Radweg sicherer gemacht worden.
Und vergessen Sie nicht unser Kulturprogramm, um das uns viele Kommunen gerade hier in der Rhein-Neckar Region beneiden. Dafür haben wir die Festhalle erweitert und die Villa Meixner restauriert.

Ja, es ist viel passiert in Brühl und Rohrhof. Und das alles konnten wir uns leisten, weil unsere Finanzen in Ordnung sind. Als eine von wenigen Gemeinden in Deutschland haben wir deutlich mehr Rücklagen als Schulden, weil wir stets sparsam mit den uns anvertrauten Geldern umgehen. Das hatte ich Ihnen 2006 versprochen und wir haben Wort gehalten. Brühl und Rohrhof stehen bei hoher Lebensqualität, die wir Ihnen als Bürger bieten, unter meiner Führung finanziell gut da, das sage ich ganz deutlich. So soll es bleiben.

Unsere Feuerwehr konnten wir deshalb mit modernster Technik ausstatten. Doch ohne das motivierte, einsatzbereite Personal wäre nicht nur diese Anschaffung, sondern auch das neue Rettungs­fahrzeug für das Rote Kreuz wenig nützlich. Ein ganz großes persönliches Dankeschön an sie alle, aber auch an all die anderen ehrenamtlich Tätigen in unserer Gemeinde.

Brühl ist nicht nur mit dem eigenen Auto, sondern auch mit dem Öffentlichen Nahverkehr gut erschlossen.

Blicken Sie sich um, meine Damen und Herren, Brühl gilt in der Metropolregion Rhein Neckar als Vorzeigegemeinde - ohne wenn und aber!

Und nun meine Anmerkungen zur Zukunftsgestaltung: Als ihr Bürger­meister möchte ich Brühl und Rohrhof noch weiter voran bringen, das ist mein ehrgeiziges Ziel. Mit ganzem Herzen und vollem Einsatz möchte ich weiter für unsere schöne, liebenswerte Heimatgemeinde arbeiten. Meine Lebensgefährtin Margareta Klasen und ich sind, wie Sie, hier zu Hause, und das verpflichtet.

Mich beeindruckt immer wieder Ihr Engagement, das uns Kurpfälzer eben auszeich­net, und das auch in Brühl gelebt wird: Wir reden nicht nur, sondern packen an. Und unsere Lebensfreude scheint wirklich ansteckend zu sein: Das zeigte die Fasnacht bei den „Rohrhöfer Göggel“, bei den Kollerkrotten oder bei der katholischen Frauengemeinschaft in den letzten Tagen. Ein gutes Beispiel war auch die 850-Jahr-Feier im Jahre 2007: Wer dieses Jubiläumsjahr erlebt hat, der weiß, was ich meine. Wir arbeiten zusammen, um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Das spüren und das begeistert auch viele Familien, die zu uns in die Rhein- Neckar- Region ziehen und dann hier in Brühl ihre neue Heimat finden.

  • „Die“ Perspektive bei der Kinderbetreuung heißt: frühere und längere Betreuung, also noch mehr Krippengruppen und längere Betreuungszeiten.
  • Auch in den Schulen wird die Ganztagesbetreuung weiter ausgebaut. Das Land lockt mit einigen weiteren Lehrerstunden, die wir natürlich gerne annehmen.

Das Land unterstützt zwar seine Gemeinden, aber die kompletten Kosten übernimmt es nicht, weder bei der Schulbetreuung noch bei der Radwegeförderung und auch nicht bei dem Landessanierungsprogramm. Deshalb brauchen wir in Brühl wie bisher einen Verwaltungsfachmann an der Spitze, der die Strukturen kennt und über gute Verbindungen im Landkreis und zur Landesebene verfügt. Und der nicht nur darüber redet, sondern dies auch durch erfolgreiches Handeln schon bewiesen hat. So konnte ich hier den Ausbau der umweltfreundlichen Fernwärme initiieren, deren Ausbau auch zukünftig weitergehen wird. Das erweiterte Gasnetz soll ebenfalls dazu beitragen, dass immer mehr Haushalte auf Heizöl verzichten können. Die neuen Glasfaserkabel bringen schnelles Internet.

Gelegentlich höre ich den Ruf nach „Mehr Wirtschaftsförderung“ - das kann alles und nichts heißen. Natürlich kann eine Gemeinde wie Brühl nicht die Weltkonjunktur beeinflussen, aber wir können weiter Rahmenbedingungen schaffen für Unternehmen, damit diese hier im Ort ein gutes wirtschaftliches Umfeld vorfinden. Schnelle Wege für PKW und LKW zu den Märkten bzw. zu den Arbeitsplätzen sind ohne Zweifel vorhanden. Autobahn, Bundes- und Landstraßen liegen sozusagen vor der Haustür. Mit den künftigen S-Bahn-Stationen Rheinau und Hirschacker wird das Gewerbegebiet noch besser an unser Verkehrsnetz angebunden, das sind alles Vorteile für Kunden und Mitarbeiter. Nur: günstiges Bauland gibt es hier nicht, leider! Wer in dieser Situation dennoch davon spricht, noch mehr Gewerbegebiet entwickeln zu wollen, kennt die Situation in unserer Gemeinde nun mal nicht.

Was unsere Handwerker und Freiberufler und nicht nur die Eltern hingegen fordern, das sind gut ausgestattete Schulen, zurecht! Das ist ein ständiges Thema. Am letzten Mittwoch haben wir wieder vier neue Bildungspartner­schaften mit Unternehmen in der Marion-Dönhoff-Realschule unterschrieben. Das ist eine außerge­wöhnliche Initiative. Unsere Realschule hat bei der Schulbe­wertung deswegen den „ExzellenzStatus“ für ihre vielfältigen Außenbeziehungen erhalten.

Die Menschen ziehen gerne nach Brühl und Rohrhof, denn es hat sich in der Region herum gesprochen, dass wir optimale Rahmenbe­dingungen geschaffen haben insbesondere für junge Familien.

Zur Sicherstellung der örtlichen Nahversorgung konnten wir alle wichtigen Lebensmittelmärkte ansiedeln. Und selbst in der Gemeindemitte können zu Fuß zwei namhafte Discounter erreicht werden. Das war vor Jahren nicht so. Es war also gut, dass wir unsere vor Ort vertretenen Unternehmen gestärkt und gefördert haben. So wollen wir es beibehalten, das kann Arbeitsplätze schaffen. Die HIMA ist dafür ein glänzendes Beispiel.

Unser eigentliches Kapital sind die üppig vorhandenen Grünflächen in der Gemeinde und im Außenbereich, gerade auch auf unserer Kollerinsel! Das muß erhalten bleiben.

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, Sie haben mich als verlässlich und heimatverbunden kennengelernt. Ich bin kein Hasardeur! Aber ich bin mit ganzem Herzen für Brühl und Rohrhof aktiv. Ich bin kompetent und erfahren in Verwaltung und Kommunalpolitik. Ich stehe im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Vereinen und unseren Unternehmern. Und ich werde weiterhin unabhängig für Brühl und Rohrhof entscheiden und meine Stimme im Kreistag einbringen zum Wohl unserer gesamten Gemeinde. Ich sichere Ihnen zu, weiterhin erfolgreich für Sie zu arbeiten. Und weiter versichere ich, wie bisher Ihre Bedenken, Ratschläge und Ideen ernst zu nehmen. Auch in Zukunft werde ich stets für Sie da sein. Es geht bei der Bürgermeisterwahl am 16. März 2014 um Sie und um unsere Gemeinde.

Ich bin bereit und freue mich darauf gemeinsam mit Ihnen für Brühl und Rohrhof erfolgreich Kurs zu halten.

Ich wünsche Ihnen für die Wahl am 16. März eine gute, überlegte Entscheidung. Herzlichen Dank.