Geothermie-Argumente
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Beweislastumkehr - einzigartig beim Geothermieprojekt Brühl!

Der Versicherungsvertrag sichert den Bürger weit über das in Haftpflichtversicherungen oder Bergschadenversicherungen übliche Maß hinaus ab.

Der Vertrag wurde bereits durch Juristen des Bergamtes sowie – im Auftrag des Bergamtes – zusätzlich durch einen externen Rechtsgutachter dahingehend geprüft, ob damit für die Bürger ein vollumfänglicher Schutz gewährleistet ist. GeoEnergy hat eine Erläuterung des Vertrages im Beisein eines juristischen Vertreters der BI und eines Notars angeboten.

Gerade im Interesse der Brühler Bürger wurde der Versicherungsvertrag so gestaltet, dass die in vielen „normalen“ Haftpflichtversicherungs- und Bergschadenpolicen gemachten Ausschlüsse hier nicht bestehen. Die Tatsache, dass der Versicherer dem zugestimmt hat zeigt übrigens, dass er aufgrund seiner weltweiten Erfahrungen mit Geothermieprojekten die Risiken als gering beurteilt. Würde eine Versicherung ein finanzielles Risiko für sich selbst eingehen – wohl kaum!

Bodenhöhe in Landau verändert sich?

1. Langfristige Senkungsbewegungen in Landau
Es gibt in Landau und seiner Umgebung Bereiche, in denen schon seit vielen Jahrzehnten Senkungen der Landoberfläche stattfinden - begonnen lange bevor die Geothermieanlage im Landauer Süden in Betrieb ging. Dieser zeitliche Bezug und insbesondere die Langfristigkeit sprechen dafür, dass die Ursachen für diese Bewegungen der Geländeoberfläche nicht mit der Geothermienutzung zusammenhängen.

Ein räumlicher Zusammenhang dieser Senkungen mit den im Untergrund von Landau in großer Zahl verlaufenden Störungszonen ist nicht von der Hand zu weisen. Diese Störungszonen haben zu einem großen Teil Höhen-Versatzbeträge von 50 bis mehr als 100 m, was nichts anderes bedeutet, als dass an ihnen seit Jahrmillionen vertikale Bewegungen (Hebungen und Senkungen) ablaufen – ohne jegliche Nutzung der Geothermie. Man kann dem Oberrheingraben nicht verbieten, dass die auf ihn wirkenden Spannungen aus den Alpen zu diesen Versätzen im Untergrund der Städte und Gemeinden führen.

Durch die Geothermienutzung in Deutschland entstehen keine Hohlräume, durch die Senkungen entstehen könnten, denn das Wasser wird in einem Kreislauf geführt, d.h. es werden kein Wasser und keine im Wasser gelösten Stoffe aus dem Untergrund entnommen, wie das in einigen anderen Ländern der Fall ist. In diesen anderen Ländern ist aber auch nur eine Bohrung vorhanden, aus der das Wasser gefördert und dann an der Oberfläche abgeleitet wird. Das gibt es in Deutschland nicht.

2. Anhydritschichten können nicht wie in Staufen wirken
Anhydritschichten, die in Staufen in lediglich ca. 60 bis 80 m Tiefe liegen und zu den dortigen Hebungen geführt haben, gibt es in Brühl zwar, sie liegen jedoch weit mehr als 1.000 m tief. Angesichts dieser großen Tiefe kann selbst bei einem Eindringen von Wasser in den Anhydrit der dann wirkende Quelldruck unmöglich die darüber liegenden Gesteinsschichten anheben. Dazu reicht der bei der Umwandlung von Anhydrid zu Gips entstehende Quelldruck bei Weitem nicht aus.

3. Verrohrung ist in Brühl ganz anders und die doppelwandige führt über den grundwasserführenden Bereich hinaus in die Tiefe
Das Verrohrungskonzept in Brühl unterscheidet sich deutlich von dem Ausbau der Bohrung in Landau. Rohre wurden teleskopartig ineinandergeführt.

In den Grundwasser führenden Schichten bis 480 m Tiefe wurden in der Brühler Bohrung zwei Rohre ineinander geführt und sind gegeneinander zementiert worden. Das innere der beiden Rohre reicht dann bis 1.650 m Tiefe und ist auf dieser Strecke wiederum in die umgebenden Gesteine einzementiert.

Bis in 38 m Tiefe, in der die Unterkante (eine Tonschicht) des obersten Grundwasserleiters liegt, sind sogar drei Rohre ineinander geführt. Ein Austritt von Thermalwasser aus der Bohrung in Grundwasser führende Schichten ist damit nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen.

Warmes Brunnenwasser in Brühl?

Bergamt und Landratsamt wurden von der Gemeinde sofort informiert. GeoEnergy wurde vom Bergamt und vom Landratsamt angesprochen und hat daraufhin gemeinsam mit dem Landratsamt an einer Beprobungsaktion teilgenommen. GeoEnergy hätte sich auch passiv verhalten können, aber GeoEnergy wurde ja von der BI zur Beweislast­umkehr aufgefordert und war daher auch gehalten, Beweise zu sammeln, die sie von einem eventuellen Verdacht freistellen können. Nichts anderes heißt Beweislastumkehr.

Inzwischen liegt das Gutachten des Büros Dr. Berg und Dr. Girmond, Hirschberg, vor, das die Geothermie als Ursache ausschließt. Dieses wurde in der letzten Woche an die Fraktionen und an die Presse gegeben.

Thermalwasser / Tiefenwasser eine „Giftbrühe“?

Jeder Stoff oder Stoffgemisch, dessen Zusammensetzung vorab nicht bekannt ist, ist nach der Verordnung für Wassergefährdende Stoffe in die Wassergefährdungsklasse 3 einzustufen – so lange, bis man über Analysen das Gegenteil beweisen kann. Das gilt z.B. für jeden Stoff (Feststoff oder Flüssigkeit), den eine Firma neu entwickelt oder erfunden hat. Diese Einstufung hat also überhaupt nichts mit einer tatsächlichen Gefährlichkeit eines Stoffes zu tun und sie steht auch überhaupt nicht im Zusammenhang mit Thermalwässern im Oberrheingraben. Es hat nur etwas mit der Unkenntnis seiner Wirkung auf die Umwelt zu einem bestimmten Zeitpunkt zu tun.

Die Thermalwässer im Oberrheingraben wurden schon bei allen Geothermieanlagen umfangreich analysiert. Alle Labore und Gutachter kommen zu dem Schluss, dass die Thermalwässer aufgrund ihrer Chloridgehalte (aufgelöstes Steinsalz = Meersalz!) in die Wassergefährdungsklasse 1 (niedrigste Gefährdungsklasse = gering Wasser gefährdend) einzustufen sind. Auch das salzhaltige Wasser, das von im Winter mit Streusalz gestreuten Straßen abfließt oder eine Seifenlauge aus der Waschmaschine wären so einzustufen. Hier käme aber niemand auf die Idee, dass als Giftstoffe anzusehen, weil man eben im täglichen Leben damit umgeht und sich keine Gedanken darüber macht. Jeder von uns geht tagtäglich mit Wasser gefährdenden Stoffen um, die aus diesem Grund auch in die Kanalisation geleitet und aufbereitet werden müssen.

Die Thermalwässer enthalten zusammen mit dem Salz Schwermetallgehalte, deren Konzentration aber so gering ist, dass sie nach der Verordnung über wassergefährdende Stoffen nicht zu einer Einstufung des Thermalwassers / Salzwasser als Wasser gefährdender Stoff führen. Die Einstufung beruht damit auschließlich auf dem Chloridgehalt.

Wenn jemand die Thermalwässer als Giftstoffe bezeichnet, dann hat er offenbar die chemischen Zusammenhänge und die Einstufung von Wasser gefährdenden Stoffen nicht verstanden – oder möchte sie gar nicht verstehen.

Gibt es Überschuss an Strom, so daß die Netz- und Speicherinfrastruktur angepasst werden müssen?

Es ist nicht richtig, dass in Deutschland über das Gesamtjahr gesehen ein Überschuss an Strom produziert wird, und dass daher Strom ins Ausland exportiert werden muss. Es ist vielmehr so, dass aufgrund des ungebremsten Ausbaus von Windkraft und Photovoltaik, die große Mengen Strom produzieren, wenn niemand sie abnimmt, es zeitweise zu sehr großer Produktion von Strom kommt, der dann in diesen Zeiten kostenlos ins Ausland geschickt werden muss. 
Die für diesen zeitweise überschüssigen Strom erforderlichen Speicher sind bis heute nicht vorhanden und dennoch wird weiter massiv Windenergie- und Photovoltaik-Leistung zugebaut - damit dann auch dieser zusätzliche vom Bürger bezahlte Strom kostenlos ins Ausland gehen kann.

Deutschland verschenkt Strom ins Ausland (zu Lasten der Steuerzahler in Deutschland) anstatt ihn zu speichern?



Unabhängig davon, dass dies über das Gesamtjahr gesehen nicht den Tatsachen entspricht (siehe anderer Beitrag …) müssten, damit der in bestimmten Zeiten überschüssige Strom nicht verschenkt werden muss, Speichermöglichkeiten geschaffen werden.

Speicherkapazitäten sind nicht weitaus ungefährlicher als Geothermie: Welche Speicherkapazitäten werden denn als aussichtsreichste Speicher für die überschüssigen Strommengen gehandelt? Es sind Druckluftspeicher im Untergrund, die Umwandlung von Strom in Methan und dessen Einspeisung in die Erdgasnetze oder auch Pumpspeicherwerke / Stauseen. 
Warum eine Druckluftspeicherung in Kavernen in Untergrund, mit permanenter Druckbeaufschlagung und –entlastung von Gesteinen, zu wesentlich weniger Seismizität führen sollte als Geothermieanlagen, kann man zurecht hinterfragen. Einziger Unterschied ist, dass Luft in gewissem Maße kompressibel ist und Wasser nicht.


Dass die Speicherung, der Transport und auch die Verwendung von Erdgas eine absolut sichere Energieform ist, sieht man ganz besonders daran, dass in Deutschland und in der ganzen Welt mehrmals im Jahr bedingt durch Erdgasexplosionen Häuser zerstört und Menschen getötet werden. Eine solche Energieform nutzen die Menschen klaglos seit mehr als hundert Jahren – und bezeichnen sie sogar als sicher …

Bei der Speicherung und Entladung von Stauseen in Pumpspeicherwerken erfolgt eine permanente Druckbeaufschlagung und –entlastung von Gesteinen unterhalb der Stauseen. Letztlich findet hier z.T. in großen Tiefen unter der Stauseesohle die Injektion von Wasser mit hohem Druck in die Gesteinsklüfte statt. Es ist bekannt, dass die meisten von Menschen gemachten Erdbeben (bis zu Magnitude 6 und 7) von Stauseen hervorgerufen wurden. Dazu gibt es Publikationen – aber Wasserkraft und Stauseen sind sicherlich eine sehr sichere Sache und weitaus ungefährlicher als Geothermie ….

Wenn man schon Dinge vergleicht, dann sollte man sie auch wirklich verstehen, alle Aspekte berücksichtigen und bei den Realitäten bleiben.

Hat Geothermie keine Bedeutung für die Energiewende?

Selbst wenn 78 % der erforderlichen Megawattleistung in Form von Wind- und Photovoltaikanlagen installiert werden, stünde diese Megawattleistung noch lange nicht das ganze Jahr zur Verfügung. Woher kommt dann in der restlichen Zeit (etwa 50 bis 75 % des Jahres) der Strom?

Die Energiewende käme nur dann ohne geothermischen Strom aus, wenn für den gesamten überschüssigen Strom aus Windenergie und Photovoltaik ausreichende Speicherkapazitäten zur Verfügung stünden und die entsprechenden Transportleitungen quer durch Deutschland gebaut würden - wogegen sich aber gerade momentan massiver Widerstand in der Bevölkerung regt. Warum sollten zum Beispiel die Menschen in Mitteldeutschland durch ihre schöne Landschaft neue Stromtrassen bauen lassen, damit der Windstrom aus der Nordsee zu den Bürgern in Brühl geleitet werden kann, wenn doch die Bürger in Brühl ihren Strom aus Geothermie direkt vor Ort gewinnen könnten? Und wo sollen die Stromspeicher gebaut werden?

Die Energiewende kommt auch nur dann ohne Geothermiestrom aus, wenn wir weiterhin bereit sind, Atomkraftwerke, Kohlekraftwerke oder Gaskraftwerke zur Bereitstellung der Grundlastenergie zu betreiben. Damit würde aber die Energiewende auf der Hälfte des Weges halt machen. Eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien ist nur dann konsequent, wenn mittel bis langfristig auch die Grundlastenergie von den fossilen Energieträgern weg zu den erneuerbaren Energien umgestellt wird. Für diese Grundlast und für die Regelenergie kommen aber unter den Erneuerbaren nur die Geothermie und - in eingeschränktem Umfang - die Biomasse infrage.

Geothermie der teuerste Strom?

Die Höhe der momentanen EEG-Umlage, die der Bürger auf seinen Strompreis zahlt, bezahlt ausschließlich die enormen installierten Megawattzahlen an Windkraft- und Potovoltaikanlagen und nicht die Geothermieanlagen.

Die Einspeisevergütung für geothermischen Strom ist nur deshalb heute noch hoch, weil die installierte Megawattleistung an geothermischen Kraftwerken bisher erst bei ca. 30 MW liegt. Zu einem solchen Zeitpunkt der Entwicklung haben die anderen Erneuerbaren noch Einspeisevergütungen von 40 kW bis 60 ct/kWh erhalten. Selbstverständlich werden auch bei der Geothermie Kosteneinsparungseffekte eintreten, wenn man künftig solche Annahmen in größerer Zahl bauen wird. Man muss also auch immer Äpfel mit Äpfeln und Birnen mit Birnen vergleichen.

Die Aussage, dass geothermischer Strom die teuerste Variante der „erneuerbaren Stromerzeugung“ ist, ist wieder nur die halbe Wahrheit. Der Preis für Strom ist unter anderem davon abhängig, wie verlässlich ein Produzent Strom liefern und ins Netz einspeisen kann. Eine unzuverlässiger Stromlieferant erhält für seinen Strom eine niedrigere Vergütung, weil der Netzbetreiber mit seiner Strommenge nicht fest rechnen kann. Eine verlässliche. jederzeit in gleicher Menge verfügbare Stromquelle, wie es die Geothermie ist, ist für die Gewährleistung der Versorgungsstabilität ein wertvollerer Strom als Strom aus anderen unsteten Quellen (Wind / Photovoltaik). Das hat offenbar auch die Bundesregierung richtig erkannt und gesteht daher dem Geothermiestrom eine höheren Vergütung zu, womit sein höherer Wert im Netz honoriert wird.

Da geothermischer Strom zu jeder Zeit direkt beim Verbraucher erzeugt werden kann, benötigt man auch keine Speicherkapazitäten oder den Bau von Überlandleitungen, deren Kosten ja bei reeller Kalkulation auf die vermeintlich günstigen Preise bzw. Einspeisevergütungen von Wind- und Photovoltaikstrom noch oben drauf zu rechnen wären. Diese zwingend erforderliche Gesamtrechnung darf nicht vergessen werden!.

„Geothermie ist die teuerste aller erneuerbaren Energiequellen“?

Geothermie hat einen Eigenstromverbrauch von ca. 30 bis 55%. Dieser Strom, der für den Betrieb des Kraftwerkes ständig benötigt wird, darf aus Atomstrom und Kohlestrom hinzugekauft werden und wird dadurch indirekt ebenfalls mit der hohen Einspeisevergütung bedacht. Durch eine solche irrsinnige Regelung wird indirekt quasi der Atomstrom subventioniert.

Die Aussage, dass Geothermieanlagen einen Eigenstrombedarf von ca. 30 bis 55 % haben ist in dieser Form nicht korrekt. Berechnet und bezogen auf die reine Stromerzeugung liegt der Eigenstrombedarf bei 20 bis maximal 30 %. Eigenstrombedarf, der über 30 % hinausgeht, wird u.a. für Förderpumpen etc. benötigt, wenn neben der Stromerzeugung auch noch ein Fernwärmenetz betrieben wird. Diese Pumpen transportieren das warme Wasser durch das Fernwärmenetz zu den Häusern. Diesen zusätzlichen Strom ebenfalls auf die Nettostromerzeugung der Geothermieanlage umzurechnen ist schlichtweg falsch. Mit diesem zusätzlichen Strom wird nämlich auch zusätzliche Energie transportiert, die auf die Strommenge zu addieren ist.

Diesen Eigenstrombedarf kann man übrigens problemlos entweder in einer bei dem Geothermiekraftwerk stehenden KWK-Anlage selbst erzeugen (was sogar billiger ist als Strom aus dem öffentlichen Netz) oder man bezieht diesen Strom aus erneuerbaren Energien (z.B. anderen Geothermieanlagen, die nämlich immer verlässlich liefern können). Es muss also kein Atomstrom sein.

Geothermiekraftwerk für Brühl ein „Notstromaggregat“ ?

Ja, durchaus! Angesichts steigender Strompreise aus dem öffentlichen Netz gehen die Geothermie-Anlagenbetreiber dazu über, den Eigenstrom in KWK-Anlagen selbst zu produzieren. Das erlaubt a) eine Redundanz für die externe Strom- und Wärmversorgung im Falle von Wartungsarbeiten in der Geothermieanlage und b) einen Weiterbetrieb der Geothermieanlage, auch wenn das öffentliche Netz ausfällt.

Da Brühl inzwischen sein Netz wieder erworben hat, kann die Geothermieanlage Brühl auch unabhängig vom externen Netz machen. Man muss dafür nur die entsprechenden Schaltungen an den Übergabestellen vom externen ins lokale Netz vorsehen.